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Forschung

an der Theologischen Fakultät
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Foto: Jan-Peter Kasper (Universität Jena)

1. Theologie als Wissenschaft

Evangelische Theologie beschreibt wissenschaftlich exakt und methodisch reflektiert, gesprächsoffen und kritisch christliche Praxis und Theorie in Geschichte und Gegenwart. Sie entwirft und diskutiert neue Möglichkeiten christlichen Lebens und Denkens.

Grundlegend ist dafür die Erforschung der Bibel in ihrem historischen Entstehungsprozess, in ihrer Rezeptionsgeschichte und in ihrer gegenwärtigen Auslegungspraxis. Als Theologische Fakultät im Kernland der Reformation untersucht sie dabei den Zusammenhang zwischen Jesus Christus und der Bibel, der im 16. Jahrhundert entwickelten reformatorischen Perspektive und den jeweiligen kulturellen Kontexten. Ein besonderes Forschungsinteresse gilt weiter den Bedingungen, Erscheinungsformen und Wirkungen religiöser Rede in der demokratischen Gesellschaft.

Das Forschungsprofil der Fakultät wird durch die Entwicklungsbereiche Grundlagen Europas in Antike und MittelalterExterner Link und Globale Wissenstransfers und Translokale Paradoxien (JSEC)Externer Link sowie durch die zwei Zentren zur internationalen Versöhnungsforschung (JCRS en) und zu religiösen Bildungsprozessen (ZRB) in besonderer Weise geprägt.

Die regional und international ausgerichteten Forschungsaktivitäten der Fakultät mit ihren fünf klassischen theologischen Disziplinen (Fachbereiche) und der Religionswissenschaft (Religionswissenschaft) zeichnen sich durch ihre vielfältigen interkonfessionellen, interreligiösen und transdisziplinären Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und -verbünden innerhalb und außerhalb der Friedrich-Schiller-Universität aus.

  • II. Theologie im Gegenwartsdiskurs

    Die Theologische Fakultät stellt sich in ihren Forschungen den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Zu diesen Herausforderungen gehören zentral die aktuellen wissenschaftlich-technischen Innovationsschübe, der Klimawandel, die Folgen der Globalisierung und die durch zunehmenden Fundamentalismus bedingten interreligiösen Konflikte. Die Theologische Fakultät ist davon überzeugt, dass sie im Rahmen einer aus vielfältigen Fachkulturen bestehenden Gesamtuniversität zur Bearbeitung dieser Herausforderungen eine wichtige Aufgabe erfüllt. Innerhalb der Universität bedeutet dies, dass die Fakultät interdisziplinäre Kooperationen mit neuen Partnern erkundet und aufbaut.

    In den wissenschaftlichen Diskurs trägt die Fakultät die theologische Einsicht in die Grenzen einer rein rationalen Selbst-Deutungsfähigkeit des Menschen und das Wissen um die Kontingenz und Vulnerabilität seiner Existenz ein.

  • III. Zukunftsorientierung der Theologie

    Die theologische Perspektive auf die Gestaltung der Zukunft wird insbesondere von folgenden Haltungen geprägt:

    Empathisches Interesse an Individualität. Empathie soll hier als Bemühung bezeichnet werden, andere Menschen, Kulturen sowie religiöse und weltanschauliche Vorstellungen zu verstehen. Darin kommt eine grundlegende Wertschätzung von Individualität und damit von Pluralität zum Ausdruck. Diese stellt auch einen wichtigen Beitrag der Theologie zur Demokratie dar.

    Kritische Selbstreflexion. Die Entwicklungsdynamiken des 21. Jahrhunderts führen zu einer Reihe von Selbstgefährdungen der Menschheit etwa durch den Klimawandel, die Verschmutzung der Meere, Terrorismus, Seuchen oder auch die Gefahren gentechnischer Manipulationen. Christliche Theologie hält seit ihren Anfängen Menschen zu kritischer Selbstreflexion an, indem sie sowohl Schuld und Versagen als auch Lebens- und Weltgestaltung thematisiert.

    Perspektive der Hoffnung. Die globalen Gefährdungen des 21. Jahrhunderts bewirken bei vielen Menschen Zukunftsangst. Christliche Theologie bedenkt auf der Grundlage der Zuwendung Gottes zur Welt, wie sie in Jesus Christus erfahren wird, Mensch, Welt und Gott immer auch in der Perspektive der Hoffnung. Theologie kann in den Forschungen der Universität die Aufgabe wahrnehmen, die Zukunftsfragen jenseits von apokalyptischen Ängsten oder naivem Fortschrittsoptimismus zu diskutieren und Räume für die Frage nach der Hoffnung offenzuhalten.

  • IV. Profilbildende Schwerpunkte

    Auf der Grundlage dieses Selbstverständnisses verknüpft die Theologische Fakultät bleibend wichtige Fragestellungen mit aktuellen Fragen, so dass folgende profilbildende Schwerpunkte der Fakultät gebildet werden:

    • Bibel im Kontext von Antike und Orient
    • Reformation und Moderne
    • Versöhnung in theologischer und ethischer Perspektive
    • Religiöse Bildung im Kontext sozialer Wandlungen
    • Lutherische Theologie in Kirche und Gesellschaft
    • Weltreligionen

    Aktiv bringt sich die Theologische Fakultät in die universitären Profillinien „Light, Life, Liberty“ ein, wobei die Mitarbeit in der geistes- und sozialwissenschaftlichen Linie Liberty besonders gepflegt wird.

  • V. Forschungstransfer​

    Die Theologische Fakultät leistet umfangreiche Transferleistungen in Wissenschaft, Kirche und Gesellschaft. Durch ihre Zentren und durch Einzelpersonen ist sie in vielfältiger Weise national und international vernetzt. Mit Printmedien und digitalen Medien arbeitete die Theologische Fakultät konstruktiv zusammen.

    Innerhalb Thüringens unterstützt sie mit ihrer Fachexpertise die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, sowie Bildungseinrichtungen, Bibliotheken und Kultureinrichtungen. Außerhalb Thüringens wirken in Fachverbänden und Gesellschaften Mitglieder der Theologischen Fakultät mit. Zudem bringen sie sich in zahlreiche kirchliche, ökumenische und politische Gremien ein (z.B. Deutscher Ökumenischer Studienausschuss der ACK [DÖSTA], Theologischer Ausschuss der VELKD, Kammer für Theologie der EKD, Präsidium der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa [GEKE], Ökumenischer Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen, Bildungskommissionen der EKD).

    Auf internationaler Ebene engagiert sich die Theologische Fakultät in bi- und multilateralen Projekten (u.a. UN Network of Religious and Traditional Leaders for Peace, der Doshisha Universität Kyoto/Japan, Faculdade Luterana de Teologia / São Bento do Sul/Brasilien, Universität Stellenbosch/Südafrika, dem Presbyterian Union Theological Seminary in Seoul, der Tel Aviv University) sowie in zahlreichen Forschungskooperationen mit theologischen Einrichtungen in Osteuropa.

Forschungszentren der Theologischen Fakultät 

  • Sprecher am Rednerpult
    Foto: Jan-Peter Kasper (Universität Jena)
    Jena Center for Reconciliation Studies (JCRS)en The center's purpose ist to broaden a theoretical understanding of the processes, measurements, and practices that are relevant to fostering relationships in contexts affected by violence, atrocities, genocides, wars, dictatorships, segregation, enslavement, and other crimes against humanity.
  • Deckenpanoram der Goethe-Galerie in Jena
    Foto: Alex Koerbs
    Forschungszentrum für Religion und Bildung - FZRB …verbindet in seinen Projekten wissenschaftsbasierte Theorie mit sich entwickelnder Praxis in gesellschaftsrelevanten Handlungsfeldern.

Kontakt und Expertenvermittlung

Dekanat der Theologischen Fakultät

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Theologische Fakultät
Dekanat
07737 Jena