Religionsunterricht ist gerade in Corona-Zeiten unverzichtbar.

Gerade jetzt Religion unterrichten

Bildungsforscher Ralf Koerrenz betont Bedeutung des Religionsunterrichts in Corona-Zeiten
Religionsunterricht ist gerade in Corona-Zeiten unverzichtbar.
Foto: Anne Günther (Universität Jena)

Meldung vom: 23. September 2020, 07:45 Uhr | Verfasser/in: Sebastian Hollstein | Zur Original-Meldung

Das zurückliegende Schuljahr war kein einfaches. Aufgrund der Coro­na-Pandemie mussten Schülerinnen und Schüler Zuhause lernen. Viele Unterrichtsstun­den fielen aus – Lernstoff blieb auf der Strecke. Ministerien, Schulämter und -leitungen begegneten dem unter anderem mit einer unterschiedlichen Gewichtung von Schulfä­chern. Sogenannte Kernfächer wurden priorisiert, andere Fächer als nicht systemrelevant betrachtet – so auch der Religionsunterricht. Das Herausgebergremium der „Zeitschrift für Pädagogik und Theologie“ hat deshalb nun mit einem Thesenpapier auf die Bedeutung des Faches aufmerksam gemacht – ganz besonders in Zeiten einer solchen weltweiten Krise. „Gerade jetzt! – 10 Thesen, warum der Religionsunterricht in der Corona-Zeit unver­zichtbar ist“ lautet der Titel der Thesenreihe, die online frei zugänglich zur Verfügung steht.

Religionsunterricht bietet Orientierung und Austausch

Kinder haben ein grundsätzliches Recht auf eine umfassende Bildung. Besonders in Zei­ten wie diesen, wenn ihr gewohntes Umfeld erschüttert ist, eine existenzielle Bedrohung im Raum steht und der Alltag aus den Fugen gerät, ist das Nachdenken darüber, was wirk­lich zählt, besonders wichtig“, sagt als Mitherausgeber der Zeitschrift Prof. Dr. Dr. Ralf Koerrenz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Eine Beschäftigung mit Fragen der Religion und Ethik hilft Schülerinnen und Schülern, Orientierung zu finden, das Geschehen einzuordnen und die Ausnahmesituationen für sich einschätzen zu lernen.“ Gerade der Religionsunterricht biete über den Sachbezug zu Fragen von Religion und Ethik eine Ge­sprächsplattform, um sich über die existenziellen Erfahrungen, die mit der Pandemie einhergehen, auszutauschen. Dabei spiele es grundsätzlich zunächst keine Rolle, um welche Religion (Christentum, Islam, Judentum) es sich handelt, sagt der Jenaer Pä­da­goge.

Mensch-Sein in der Krise

Gerade die Lehrkräfte in diesem Bereich seien zudem oft seelsorgerisch besonders sen­sibilisiert und könnten Schülerinnen und Schüler beratend durch die Krise begleiten. Mit Blick auf das System Schule gehe es auch um einen Beitrag zu dem Problem, wie es in­mitten neuer Regelungen von Nähe und Distanz möglich sein kann, eine Schulkultur zu entwickeln, die Halt gibt.

Die Autorinnen und Autoren des Thesenpapiers verweisen somit darauf, dass der Reli­gions­unterricht im Verbund mit anderen Fächern dazu dient, ethische Grundfragen zu formulieren, damit verbundene Entscheidungssituationen vor Augen zu führen und nach Lösungen für aktuelle Problemstellungen zu suchen. Im Hintergrund steht dabei immer die Frage nach dem, was Mensch-Sein im umfassenden Sinne auch angesichts einer solchen Krise ausmacht. 

Information

Original-Publikation:
David Käbisch, Ralf Koerrenz, Martina Kumlehn, Thomas Schlag, Friedrich Schweitzer, Henrik Simojoki (2020): Gerade jetzt! – 10 Thesen, warum der Religionsunterricht in der Corona-Zeit unverzichtbar ist, Zeitschrift für Pädagogik und Theologie, DOI: https://doi.org/10.1515/zpt-2020-9090

Kontakt:

Ralf Koerrenz, Univ.-Prof. Dr.
Telefon
+49 3641 9-45331
Fax
+49 3641 9-45332
Raum 221
Am Planetarium 4
07743 Jena
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