Dr. Waltraud Bernhardt mit ihrem Exemplar ihrer Dissertation.

Ins kollektive Gedächtnis der Jenaer Theologie eingeschrieben

Theologische Fakultät verabschiedet Mitarbeiterin nach mehr als 60 Jahren an der Universität
Dr. Waltraud Bernhardt mit ihrem Exemplar ihrer Dissertation.
Foto: Anne Günther (Universität Jena)

Meldung vom: 06. August 2020, 12:33 Uhr | Verfasser/in: Axel Burchardt | Zur Original-Meldung

Die Hebräisch-Schreibmaschine gehörte zu den alltäglichen Arbeitsmitteln von Waltraud Bernhardt. Die Hebräisch-Schreibmaschine gehörte zu den alltäglichen Arbeitsmitteln von Waltraud Bernhardt. Foto: Anne Günther (Universität Jena)

Nach 50 Jahren machen ein paar Wochen mehr auch nicht viel aus. Denn Corona-bedingt konnte die Theologische Fakultät der Universität Jena erst jetzt Dr. Waltraut Bernhardt gratulieren: Vor 50 Jahren erhielt die Expertin für das Alte Testament ihren Doktor­grad. Am 1. April 1970 schloss sie nach kürzester Zeit ihre Promotion zum Thema „Die kul­tur- und religionsgeschichtliche Bedeutung des Qumranfragmentes 5Q 15“ ab. In diesem Qum­ran-Text geht es um einen Entwurf für das „Neue Jerusalem", der einer hellenistischen Architekturtradition folgt, dem hippodamischen Stadtplan.

Diese Dissertationsschrift liegt in der Universitätsbibliothek vor, aber Waltraut Bernhardt selber besaß kein Exemplar – bisher: Denn die Dekanin der Theologischen Fakultät Prof. Dr. Corinna Dahlgrün überreichte der Jubilarin eine Kopie ihrer Dissertation, eingebunden die Schmuckurkunde zum 50. Doktorjubiläum. Das Exemplar hatte die Fakultät zur Ehrung her­gestellt „als Dank für alles, was Sie für die Fakultät und die vielen Menschen, die bei Ihnen gelernt haben, getan haben“, so Dahlgrün. „Danke“, war das Einzige, was Dr. Bernhardt zu­nächst dazu sagen konnte, so überwältigt war die Jubilarin vom Geschenk.

Lektorin für Hebräisch und Aramäisch

Doch dieses „goldene Doktor-Jubiläum“ ist nicht das einzig Besondere an der bald 82-jähri­gen Theologin. Seit dem 1. August 1967 arbeitet Waltraut Bernhardt als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Theologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena: Bis heute bildet sie als Lektorin für Hebräisch und Aramäisch die Studierenden und auch manche Wissenschaft­le­rinnen und Wissenschaftler aus. Und da sie zuvor seit September 1959 an der Jenaer Univer­sität studiert hat, „haben Sie sich längst in das ,kollektive Gedächtnis‘ unserer Fakultät ein­geschrieben“, sagte der Jenaer Alttestamentler Prof. Dr. Uwe Becker schon zuvor. „Für diese unermüdliche und engagierte Arbeit danken wir Ihnen, und dieses Wir steht für Generationen von Theologen, die in unterschiedlichen Zeiten und unter teils schwierigen Umständen durch Ihre Schule gegangen sind“, dankte auch Becker.

Doch nach 61 Jahren endet nun die Tätigkeit von Waltraut Bernhardt an der Jenaer Universi­tät. Sie teilte mit, dass sie keinen Lehrauftrag mehr übernehmen möchte, der Fakultät aber weiter verbunden bleibe. Der Weg von ihrem Wohnsitz im sächsischen Limbach-Oberfrohna nach Jena und zurück sei inzwischen etwas anstrengend geworden. Zumal sie als Pastorin wie gewohnt zahlreiche Got­tes­dienste in ihrer Heimat zugesagt habe. Und da die Sprachaus­bildung in „ihren Sprachen“ auch in Zukunft sichergestellt sei, könne sie sich nun mit gutem Gewissen verstärkt den hei­matlichen Aufgaben widmen.

Kontakt:

Corinna Dahlgrün, Univ.-Prof. Dr.
Dekanin
Prof. Dr. Corinna Dahlgruen
Telefon
+49 3641 9-42601
Fax
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