Andreas Kuhn, Heaven at work XVIII

Dr. Katharina Wörn

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Andreas Kuhn, Heaven at work XVIII
Bild: Andreas Kuhn
Katharina Wörn, Dr.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Lehrstuhl Systematische Theologie
Porträt von Katharina Wörn
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Sprechzeit: Mi 16-17 Uhr und nach Vereinbarung per E-Mail
Feriensprechzeit: nach Vereinbarung per Email
Raum 201
Fürstengraben 6
07743 Jena
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Persönliche Daten

geb. am 08.03.1988 in München 

Akademischer Werdegang

04/2021 Promotion zum Dr. theol. mit der Dissertationsschrift „Zweideutigkeit als Grundbegriff der Theologie Paul Tillichs. Verortungen von Ambiguität im Verhältnis von Moderne und Religion“ (Gutachten: Prof. Dr. Miriam Rose; Prof. Dr. Claus-Dieter Osthövener; Mündliche Prüfung am 17.12.2020; Gesamtprädikat: Summa cum laude)

seit 05/2016 Wiss. Mitarbeiterin,  Lehrstuhl für Systematische Theologie (Prof. Dr. Miriam Rose), Friedrich-Schiller-Universität Jena

04/2016 1. Theologisches Examen (Dipl. theol.), Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern / Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

04/2008 – 04/2016 Studium Evangelische Theologie und Religionswissenschaft, Ludwig-Maximilians-Universität München / Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

06/2007 Abitur, Wittelsbacher Gymnasium München 

Auslandsstudium

08/2012 – 05/2014 Masterstudium History of Christianity (M.A.), Yale University, New Haven, USA

Stipendien und Preise

2021 Essaypreis der Deutschen Gesellschaft für Religionsphilosophie (2. Platz) für den Beitrag „Gefährliche Eindeutigkeit? Über den Umgang mit Ambiguität in krisenhaften Zeiten“ im Rahmen der Ausschreibung „Ansteckende (Un-)Gewißheiten. Religionsphilosophische Reflexionen in Zeiten der Pandemie“

2020 – 2021 Stipendiatin des Rowena-Morse-Programms für Nachwuchswissenschaftlerinnen an Thüringer Hochschulen 

2009 – 2015 Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes

2012 – 2013 Stipendiatin der Fulbright Kommission

2014 Heinrich-Bassermann-Preis der Universität Heidelberg

Forschung Inhalt einblenden

Aktuelle Forschung

Habilitationsprojekt im Bereich der Gerechtigkeitsethik

Dissertation

Zweideutigkeit als Grundbegriff der Theologie Paul Tillichs. Verortungen von Ambiguität im Verhältnis von Moderne und Religion (erscheint voraussichtlich 2022 bei Mohr Siebeck in der Reihe „Dogmatik in der Moderne“).

Der Begriff Ambiguität erfreut sich in der aktuellen Forschungslandschaft über ganz unterschiedliche Disziplinen hinweg großer Popularität: Kunst- und literaturwissenschaftliche Analysen, soziologische Gegenwartsdiagnosen sowie die psychologische Persönlichkeitsforschung vermitteln den Eindruck eines engen Zusammenhangs zwischen spätmoderner Lebenswelt und Phänomenen von Ambiguität. Oft fällt in diesem Zusammenhang das Stichwort ‚Ambiguitätstoleranz‘. Auffällig ist jedoch, dass die inhaltliche Füllung des Begriffs ‚Ambiguität‘ und damit auch die Frage, was unter ‚Ambiguitätstoleranz‘ eigentlich genau zu verstehen ist, deutlich auseinandergehen: Geht es um die Deutungspluralität in spätmodernen Gesellschaften? Um den je individuellen Umgang mit unklaren oder unsicheren Situationen? Um polare Strukturen menschlicher Existenz, etwa die Verortung zwischen Freiheit und Determination? Unter ‚Ambiguität‘ werden, so der Ausgangspunkt der Arbeit, sehr verschiedene Formen des Zwei-, Mehr- und Uneindeutigen zu fassen versucht.

Die Dissertation erarbeitet dementsprechend in Auseinandersetzung mit dem interdisziplinären Ambiguitätsdiskurs zunächst eine Kriteriologie für die differenzierte Bestimmung und Verortung verschiedener Ambiguitätsbegriffe. Den Hauptteil der Arbeit bildet die werkgeschichtliche Erschließung eines theologischen Begriffs von Ambiguität. Dafür werden die Schriften des Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich (1886-1965) aus dem Zeitraum von 1919-1965 und deren Verwendungen von ‚Zweideutigkeit‘/‘ambiguity‘ analysiert. ‚Zweideutigkeit‘ bei Tillich erweist sich dabei als eine höchst adaptive Kategorie, die ihren theoretischen Standort im Werk Tillichs ebenso wechselt wie ihre Bedeutung, Reichweite und Funktion. Während die adaptiven Elemente des Begriffs gerade die sukzessiv sich entwickelnde Schlüsselstellung in Tillichs Werk begründen, sind es die Kontinuitätselemente des Begriffs – etwa die klare Festlegung auf eine binäre Struktur, die stets mitlaufende Wertdimension, sowie ein inhärentes Überschreitungsmoment hin auf Momente von Eindeutigkeit und Ganzheit – die sich in der interdisziplinären Debatte um das Verhältnis von Ambiguität, Moderne und Religion als bereichernd erweisen.

Forschungsinteressen

  • Gerechtigkeit als Thema der Ethik
  • Martha Nussbaum
  • Iris Marion Young
  • Interdisziplinäre Ambiguitätsforschung
  • Paul Tillich
  • Transnationale Theologie (Deutschland/USA)
  • Kulturwissenschaftliche und theologische Religionstheorie
Publikationen Inhalt einblenden

I. Monographie

2020

Zweideutigkeit als Grundbegriff der Theologie Paul Tillichs.Verortungen von Ambiguität im Verhältnis von Moderne und Religion, Diss. Jena 2020.

Kurzvorstellung der Dissertation im Mitteilungsblatt der Deutschen Paul-Tillich-Gesellschaft Dialog 70/71 (2020), 3-5, abrufbar hier

II.Artikel

2020

„Ambige Technik? Digitalisierung als ethische Herausforderung“, in: Johannes Achatz/Reyk Albrecht/Lena Saniye Güngör (Hg.), Digitalisierung – Werte zählen?, Kritisches Jahrbuch der Philosophie, Bd. 20, Würzburg, 55-68.

„Tiefe Entfremdung. Zur (Un-)Möglichkeit einer Kritik religiöser Lebensformen bei Paul Tillich“, in: Katharina Eberlein-Braun/Dietrich Schotte (Hg.), Gelingen und Misslingen religiöser Praxis. Auseinandersetzungen mit Rahel Jaeggis „Kritik von Lebensformen“, Berlin/Münster, 63–92.

2019

„Antizipative Einheit. Zum Verhältnis von Zweideutigkeit und Revolution in Paul Tillichs Sozialistischer Entscheidung“, in: Raymond Asmar et al. (Hg.), Reformation und Revolution in der Wahrnehmung Paul Tillichs, Berlin/Boston, pp. 191–204.

2017

„Pfarrer- und Pfarrausbilder in Uwe Johnson Jahrestage“, in: Christian Albrecht/Eberhard Hauschildt/Ursula Roth (Hg.), Pfarrhausbilder. Literarische Reflexe auf eine evangelische Lebensform, Tübingen, 177‑192.

III.  Rezensionen

2020

Rez. Mikkel Gabriel Christoffersen: Living with Risk and Danger. Studies in Interdisziplinary Systematic Theology (Forschungen zur systematischen und ökumenischen Theologie, 165), Göttingen 2019, in: Theologische Literaturzeitung [im Erscheinen].

Rez. Anne Käfer / Henning Theißen (Hgg.): In verantwortlichen Händen. Unmündigkeit als Herausforderung für Gerechtigkeitsethik (Veröffentlichungen der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie, 55), Leipzig 2018, in: Theologische Literaturzeitung 5/2020, 450-452.

Lehre Inhalt einblenden

07/2018: Zertifikat ‚Basic‘ der Hochschuldidaktik (Servicestelle LehreLernen der FSU Jena)
Teilnahme an mehreren Tages-Workshops zu verschiedenen Themen der Hochschuldidaktik sowie Begleitung der eigenen Lehrveranstaltung inklusive einer Videoevaluation.

aktuelle Lehrveranstaltung:

Veranstaltungen Inhalt einblenden
  • seit 2016 Organisation des Theologischen Salons
    In einem offenen Gesprächsformat für Studierende, Mitarbeitende und Interessierte aller Fachrichtungen werden theologische Themen und Fragestellungen bei Getränken, Knabberei und Kerzenschein in Salonmanier diskutiert. Im Fokus steht dabei, die denkerische Selbstständigkeit und Sprachfähigkeit von Studierenden angesichts herausfordernder theologischer Fragen zu fördern. Der Theologische Salon findet jedes Semester zu wechselnden Themen statt, die aus der Studierendenschaft eingebracht werden, und wird im Team moderiert (Prof. Dr. Miriam Rose / Dr. Katharina Wörn oder entsprechende FachexpertInnen). Themen der letzten Semester waren: Allversöhnung, Ist der Wille frei?, Dialog mit dem Islam, Mission, das Böse uvm.
  • seit 2018: Co-Organisation des Paul-Tillich-Nachwuchsnetzwerks der Deutschen Paul-Tillich-Gesellschaft
  • seit 2019 Veranstaltung von Schreibworkshops für Studierende
    Obwohl Schreiben und wissenschaftliche Praxis nicht ohne einander zu denken sind, kommt die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schreibprozess, mit Hürden und Herausforderungen, aber auch hilfreichen Tools im Studienalltag oft zu kurz. In regelmäßigen halbtägigen Schreibworkshops werden verschiedene Themen der wissenschaftlichen Schreibpraxis von der ‚Angst vor dem leeren Blatt‘ bis hin zu Thesenfindung, Gliederung und Überarbeitungsschritten behandelt.
Vorträge Inhalt einblenden

2018

„Die Ambiguität von Technik am Beispiel der Digitalisierung“, gehalten auf dem Thüringen Tag der Philosophie „Digitalisierung – Werte zählen?“ am 26. November 2018 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

„Entfremdung als Zweideutigkeit. Von der (Un)Möglichkeit einer Kritik religiöser Lebensformen bei Paul Tillich", gehalten auf dem Berliner Kolloquium Junge Religionsphilosophie „Kritik religiöser Lebensformen“ mit Prof. Dr. Rahel Jaeggi vom 22.-24. Februar 2018 an der Katholischen Akademie in Berlin.

2017

„Widerspruch, Mangel, Mittel. Zum Verhältnis von Zweideutigkeit und Revolution bei Paul Tillich“, gehalten auf dem Internationalen Paul-Tillich-Kongress „Reformation und Revolution in der Wahrnehmung Paul Tillichs“ vom 3.-6. September 2017 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

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