Jakob Strauß und der reformatorische Wucherstreit. Neues Buch über den Eisenacher Reformator

Am kommenden Freitag (26. Januar 2018, 17 Uhr) findet im Ratssaal des Eisenacher Rathauses eine Buchvorstellung zu dem kürzlich erschienenen Buch „Jakob Strauß und der reformatorische Wucherstreit. Die soziale Dimension der Reformation und ihre Wirkungen“ statt.  Veranstalter sind neben der Evangelischen Akademie Thüringen auch die Friedrich-Schiller-Universität Jena und das Kulturamt der Stadt Eisenach. Die Herausgeber der Publikation, Prof. Michael Haspel (Evangelische Akademie Thüringen, Theologische  Fakultät FSU) und Prof. Joachim Bauer (FSU Jena)  diskutieren  mit den anwesenden Autorinnen und Autoren am Eisenacher Beispiel die Vielfalt reformatorischer  Entwicklung in Thüringen und die neuen Forschungsperspektiven.

In der Reformationszeit, so Joachim Bauer, spielt die Auseinandersetzung über den Zins und den Wucher eine bedeutsame Rolle. 1523 veröffentlichte der Eisenacher Reformator Jakob Strauß 51 Artikel gegen den Wucher, in denen er sich gegen überhöhte Zinsen auf Geld und Land ausspricht. Viele Bürger waren überschuldet, und Strauß versuchte mit Hilfe dieser Artikel Gerechtigkeit zu schaffen. Für ihn ging es um die Frage, welches Handeln aus dem Glauben folgt.

Strauß, so Michael Haspel,  hat seine Artikel gegen den Wucher biblisch begründet. Vielleicht haben viele Menschen in Eisenach und Mitteldeutschland gerade deshalb so enthusiastisch auf die Botschaft der Reformatoren gehört, weil die geistliche Freiheit auch Befreiung aus weltlichen Zwängen verhieß. Unser Buch beleuchtet die sozialethische Dimension der Reformation und ihrer Wirkung bis in die heutige Zeit.

 

Pressemitteilung: FSU Jena