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Tagung: Das Eisenacher ‚Entjudungsinstitut’

Das Eisenacher ‚Entjudungsinstitut’.
Kirche und Antisemitismus in der NS-Zeit

18. – 20. September 2019; Hotel auf der Wartburg, Eisenach

Am 6. Mai 1939 – vor 80 Jahren – wurde im Hotel auf der Wartburg von evangelischen Theologen, Kirchenleitern und elf Landeskirchen das „Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“ (kurz: ‚Entjudungsinstitut‘) gegründet. Mit seiner antisemitischen und völkisch ausgerichteten Ideologie war es bemüht, Ideen ähnlich disponierter (pseudo-)wissenschaftlicher Institute erstmals im kirchlichen Bereich umzusetzen. Diese von der ‚Bekennenden Kirche‘ und einzelnen evangelischen Landeskirchen heftig kritisierte deutsch-christliche Einrichtung nahm unter der wissenschaftlichen Leitung von Professoren der Universität Jena ihre Tätigkeit in Eisenach auf und sammelte in Tagungen und Arbeitskreisen europaweit einen Unterstützerkreis. Das Institut steht in besonders exponierter Weise für einen deutschchristlichverantworteten wissenschaftlichen Antisemitismus in der NS-Zeit. Durch den Kriegsverlauf kam die Arbeit zunehmend zum Erliegen. Die Mitarbeiter dieses Instituts fanden nach Kriegsende neue Tätigkeiten in Wissenschaft und Kirche, so dass die Thematik bis heute Konfliktstoff birgt und über die bereits geleisteten Forschungen hinaus der weiteren soliden wissenschaftlichen Aufarbeitung bedarf.

Die Tagung knüpft in interdisziplinärer Weise an die bisherigen Forschungen zum ‚Entjudungsinsitut‘ an, kontextualisiert die Ideologie und Theologie der Einrichtung, vergleicht sie mit ähnlichen (pseudo-)wissenschaftlichen ‚Instituten‘ und fragt nach dessen Wirkung und Auswirkung in Ost- und Westdeutschland. Flankiert wird die Tagung durch die Eröffnung der Sonderausstellung „Erforschung und Beseitigung. Das kirchliche ‚Entjudungsinstitut’ 1939-1945“ im Lutherhaus Eisenach sowie den christlich-jüdischen Begegnungstagen Achava in Eisenach.

Tagungsleitung:
Prof. Dr. Christopher Spehr
Lehrstuhl für Kirchengeschichte
Theologische Fakultät
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 6
07743 Jena
Prof. Dr. Harry Oelke
Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte
Evangelisch-Theologische Fakultät
Ludwig-Maximilians-Universität München
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München

 

 

 

 

Tagungsprogramm

Tagungsflyer

Veranstalter:
Stiftung Lutherhaus Eisenach
Wissenschaftlicher Ausstellungsbeirat der Stiftung Lutherhaus Eisenach (Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller, Prof. Dr. Karl-Wilhelm Niebuhr, Prof. Dr. Christian Wiese, Prof. Dr. Harry Oelke und Prof. Dr. Christopher Spehr)
Wartburg Stiftung Eisenach
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte

Kooperationspartner:
-    Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt
-    LOEWE-Forschungsschwerpunkt „Religiöse Positionierung. Modalitäten und Konstellationen in jüdischen, christlichen und islamischen Kontexten“ an der Goethe-Universität Frankfurt und der Justus-Liebig-Universität Gießen
-    Beirat für christlich-jüdischen Dialog der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland
-    Gesellschaft für Thüringische Kirchengeschichte e.V.

Förderer:
-    Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)
-    Ernst-Abbe-Stiftung
-    Union Evangelischer Kirchen (UEK)
-    LOEWE-Forschungsprojekt

Weitere Hintergrundinformationen:

Presseberichte: