Forschungsprojekte des Lehrstuhls Kirchengeschichte

Vergangene Tagungen

2019

Das Eisenacher ‚Entjudungsinstitut’. Kirche und Antisemitismus in der NS-Zeit. 18. – 20. September 2019, Hotel auf der Wartburg, Eisenach

Am 6. Mai 1939 – vor 80 Jahren – wurde im Hotel auf der Wartburg von evangelischen Theologen, Kirchenleitern und elf Landeskirchen das „Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“ (kurz: ‚Entjudungsinstitut‘) gegründet. Mit seiner antisemitischen und völkisch ausgerichteten Ideologie war es bemüht, Ideen ähnlich disponierter (pseudo-)wissenschaftlicher Institute erstmals im kirchlichen Bereich umzusetzen. Diese von der ‚Bekennenden Kirche‘ und einzelnen evangelischen Landeskirchen heftig kritisierte deutsch-christliche Einrichtung nahm unter der wissenschaftlichen Leitung von Professoren der Universität Jena ihre Tätigkeit in Eisenach auf und sammelte in Tagungen und Arbeitskreisen europaweit einen Unterstützerkreis. Das Institut steht in besonders exponierter Weise für einen deutschchristlichverantworteten wissenschaftlichen Antisemitismus in der NS-Zeit. Durch den Kriegsverlauf kam die Arbeit zunehmend zum Erliegen. Die Mitarbeiter dieses Instituts fanden nach Kriegsende neue Tätigkeiten in Wissenschaft und Kirche, so dass die Thematik bis heute Konfliktstoff birgt und über die bereits geleisteten Forschungen hinaus der weiteren soliden wissenschaftlichen Aufarbeitung bedarf.

Die Tagung knüpft in interdisziplinärer Weise an die bisherigen Forschungen zum ‚Entjudungsinsitut‘ an, kontextualisiert die Ideologie und Theologie der Einrichtung, vergleicht sie mit ähnlichen (pseudo-)wissenschaftlichen ‚Instituten‘ und fragt nach dessen Wirkung und Auswirkung in Ost- und Westdeutschland. Flankiert wird die Tagung durch die Eröffnung der Sonderausstellung „Erforschung und Beseitigung. Das kirchliche ‚Entjudungsinstitut’ 1939-1945“ im Lutherhaus Eisenach sowie den christlich-jüdischen Begegnungstagen Achava in Eisenach.

Tagungsleitung:
Prof. Dr. Christopher Spehr
Lehrstuhl für Kirchengeschichte
Theologische Fakultät
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 6
07743 Jena
Prof. Dr. Harry Oelke
Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte
Evangelisch-Theologische Fakultät
Ludwig-Maximilians-Universität München
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München

 

 

 

 

Tagungsprogramm

Tagungsflyer

Veranstalter:

  • Stiftung Lutherhaus Eisenach
  • Wissenschaftlicher Ausstellungsbeirat der Stiftung Lutherhaus Eisenach (Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller, Prof. Dr. Karl-Wilhelm Niebuhr, Prof. Dr. Christian Wiese, Prof. Dr. Harry Oelke und Prof. Dr. Christopher Spehr)
  • Wartburg Stiftung Eisenach
  • Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte

Kooperationspartner:

  • Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt
  • LOEWE-Forschungsschwerpunkt „Religiöse Positionierung. Modalitäten und Konstellationen in jüdischen, christlichen und islamischen Kontexten“ an der Goethe-Universität Frankfurt und der Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Beirat für christlich-jüdischen Dialog der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland
  • Gesellschaft für Thüringische Kirchengeschichte e.V.

Förderer:

  • Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)
  • Ernst-Abbe-Stiftung
  • Union Evangelischer Kirchen (UEK)
  • LOEWE-Forschungsprojekt

Weitere Hintergrundinformationen:

Presseberichte:

Landeskirche ohne Landesherrn. Neuanfänge und Kontinuitäten der evangelischen Kirchen in der Zeit der Weimarer Republik. 29. – 31. August 2019, Herderzentrum Weimar

Gemeinsame Tagung mit der Gesellschaft für Thüringische Kirchengeschichte e.V., dem Verein für Kirchengeschichte der Kirchenprovinz Sachsen e.V. und dem Arbeitskreis Deutsche Landeskirchengeschichte

Mit dem Ende des Landesherrlichen Kirchenregiments 1918 standen die evangelischen Kirchen vor umwälzenden Herausforderungen. Obwohl in Kirche und Theologie schon länger über eine Ausdifferenzierung von Kirche und Staat diskutiert worden war, trat nun der organisatorische Ernstfall ein. In der Weimarer Reichsverfassung von 1919 wurde die Trennung von Kirche und Staat rechtlich festgeschrieben.

Wie aber reagierten die Kirchen? Wie vollzogen und gestalteten sie den „Umbruch“ in die landeskirchliche „Selbstständigkeit“? Welche Kontinuitäten blieben erhalten? Welche Ordnungen und Strukturen gaben sich die einzelnen Kirchen? Wie gingen die deutschsprachigen Auslandskirchen mit der Situation um? Weil zudem die in Weimar getroffenen staatsrechtlichen Regularien die religionsrechtliche Grundlage für das Miteinander von Staat und Kirche bis heute darstellen, gilt es zu fragen, wie sich dieses Verhältnis in den 28 Landeskirchen in den 1920er Jahren gestaltete.

Diesen und weiteren Fragen sucht die wissenschaftliche Tagung am historisch bedeutsamen Ort in vergleichender Perspektive exemplarisch nachzuspüren. Nach einem Einleitungsvortrag aus ideengeschichtlicher und politikwissenschaftlicher Sicht am Donnerstagabend werden am Freitagvormittag verschiedene Unionskirchen in den Blick genommen, bevor am Freitagnachmittag einzelne deutsch evangelische Auslandskirchen thematisiert werden. Am Abend wird es einen Überblicksvortrag zum Deutschen Evangelischen Kirchenbund geben. Der Samstagvormittag rückt zwei kleinere Landeskirchen in den Mittelpunkt, um anschließend zwei mitteldeutsche Landes- bzw. Provinzialkirchen zu akzentuieren. Die Tagung ist zugleich die Jahrestagung des Arbeitskreises Deutsche Landeskirchengeschichte.

Tagungsprogramm

Tagungsort:

Herderzentrum | Herderplatz 6 | 99423 Weimar

Veranstalter:

  • Lehrstuhl für Kirchengeschichte der Theologischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Gesellschaft für Thüringische Kirchengeschichte e.V.
  • Verein für die Kirchengeschichte der Kirchenprovinz Sachsen e.V.
  • Arbeitskreis Deutsche Landeskirchengeschichte

Pressemitteilung:

Tagungsbericht

2017

  • Studientag der Theologischen Fakultät 2017 (Jena, 2017).
  • Ringvorlesung „Luther (ge)denken.“ SoSe 2017.
  • Herder – Luther. Die Rezeption der Reformation in der Weimarer Klassik“, zus. mit dem Institut für Kulturwissenschaften, Jena-Weimar-Akademie, Klassik-Stiftung Weimar (Weimar, 2017).
  • „Max Weber – Luther“, zus. mit Netzwerk Reformationsforschung und Max-Weber Kolleg der Universität Erfurt, (Weimar, 2017).
  • Reformatio et memoria. Teil 1: Die Reformation in ihren lutherischen Kernlanden (Nachwuchstagung), zus. mit Netzwerk Reformationsforschung in Thüringen, Projekt „Thüringen im Jahrhundert der Reformation“ und Forschungsbibliothek Gotha, (Jena, 2017).
  • Reformatio et memoria. Teil 2: Thüringen als Erinnerungsraum der Reformation, zus. mit Netzwerk Reformationsforschung in Thüringen und Forschungsbibliothek Gotha (Gotha, 2017).
  • „Internationaler Kongress für Lutherforschung“ (Wittenberg, 2017).
  • „Kulturelle Wirkungen der Reformation. Kongress zu den Folgewirkungen der Reformation“, zus. mit den Universitäten Halle-Wittenberg und Leipzig, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Refo500 (Wittenberg, 2017).
  • „Das Wartburgfest 1817 im europäischen Kontext“, zus. mit Historischen Institut der FSU Jena (Eisenach, 2017).

2016

  • „Workshop 4: Thüringen als (Erinnerungs-)Raum der Reformation“, zus. mit dem Netzwerk Reformationsforschung in Thüringen (Jena, 2016) – gefördert durch Freistaat Thüringen.
  • „Das illustrierte Flugblatt im 16. Jahrhundert. Protestantische Profilbildung am Beispiel der Gothaer Sammlung“, zus. mit der Forschungsbibliothek Gotha, Stiftung Schloss Friedenstein (Gotha, 2016) – gefördert durch DFG und Ernst-Abbe-Stiftung
  • „Workshop 5: Die Ernestiner! Gestaltungs- und Lebensfelder einer Dynastie“, zus. mit dem Netzwerk Reformationsforschung in Thüringen (Jena, 2016) – gefördert durch Freistaat Thüringen.
  • Tag der Thüringischen Geschichte, zus. mit der Historischen Kommission in Thüringen, Verein für Thüringische Geschichte und Gesellschaft für Thüringi-sche Kirchengeschichte (Jena, 2016).

2015

  • „Allein die Schrift. Gilt das reformatorische Schriftprinzip heute?“, Studientag der Theologischen Fakultät der FSU Jena (Jena, 2015) – gefördert durch EKM und Förderverein der Theologischen Fakultät.
  • „Jan Hus und seine reformatorische Bedeutung. Symposium aus Anlass des 600. Todesjahres“, zus. mit dem Lehrstuhl für Systematische Theologie, dem Historischen Institut der FSU Jena und der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (Jena 2015) – gefördert durch EKM und jenaconfoundation.
  • „Workshop 2: Bruch oder Kontinuität? Perspektiven auf das Zeitalter der Re-formation“, zus. mit dem Netzwerk Reformationsforschung in Thüringen (Jena, 2015) – gefördert durch Freistaat Thüringen.
  • „Workshop 3: Archivalien in Thüringen aus der Reformationszeit“, zus. mit dem Netzwerk Reformationsforschung in Thüringen (Jena, 2015) – gefördert durch Freistaat Thüringen.

2014

  • „... der isset und trinket sich selber zum Gericht (1 Kor. 11,29). Fragen an das Abendmahl“, Studientag der Theologischen Fakultät der FSU Jena (Jena, 2014) – gefördert durch EKM und Förderverein der Theologischen Fakultät.
  • „Luther und die Deutschen“, zus. mit dem Historischen Institut der FSU Jena, Wartburg Stiftung Eisenach (Jena, 2014) – gefördert durch BKM, Freistaat Thüringen.
  • „Workshop 1: Erinnerungsraum der Reformation: Die Quellen“, zus. mit dem Netzwerk Reformationsforschung in Thüringen (Jena, 2014) – gefördert durch Freistaat Thüringen.
  • „Weimar und die Reformation. Luthers Obrigkeitslehre und ihre Wirkungen von Weimar in die Moderne“ zus. mit der Klassik-Stiftung Weimar, Ev. Akademie Thüringen (Weimar, 2014) – gefördert durch Ernst-Abbe-Stiftung und Bundes-zentrale für politische Bildung.
  • „Reformation vor Ort. Zum Quellenwert von Visitationsprotokollen“, zus. mit dem Digitalen Archiv der Reformation, Thüringisches Hauptstaatsarchiv Wei-mar (Jena, 2014) – gefördert durch Freistaat Thüringen, BKM, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Land Hessen.

2013

  • „Priestertum aller Gläubigen. Entstehung, Herausforderung und Chancen eines reformatorischen Paradigmas“, Studientag der Theologischen Fakultät der FSU Jena (Jena, 2013) – gefördert durch EKM und Förderverein der Theologischen Fakultät.
  • „Reformation heute: Protestantische Bildungsakzente“, zus. mit der Internationalen Martin Luther Stiftung, der Wartburg Stiftung, dem Lutherischen Weltbund u.a. M. Luther Stiftung, Wartburg Stiftung, LWB u.a. (Wart-burg/Eisenach, 2013) – gefördert durch Ernst-Abbe-Stiftung und Freistaat Thüringen.
  • „Die Reformation und ihre Medien. Mediale Strategien der Wettinger“, zus. mit Forschungsbibliothek Gotha, Stiftung Schloss Friedenstein (Gotha, 2013) – gefördert durch Ernst-Abbe-Stiftung und Freistaat Thüringen.
  • „Toleranz und Wahrheit. Philosophische, theologische und juristische Perspektiven“, zus. mit der Evangelischen Landeskirche Anhalts (Wörlitz, 2013) – gefördert durch Fritz-Thyssen-Stiftung und Ev. Landeskirche Anhalts.

2012

  • Wie schwierig ist das Erbe der Reformation?“ Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Thomas Kaufmann, u.a. (Jena, 2012) – gefördert durch FSU Jena.
  • „475 Jahre Schmalkaldische Artikel. Die Ernstiner und ihr Bekenntnis“, zus. mit dem Lehrstuhl für Frühe Neuzeit des Historischen Instituts der FSU Jena, Prof. Dr. Georg Schmidt und PD Dr. Joachim Bauer (Jena, 2012) – gefördert durch Fritz-Thyssen-Stiftung.
  • Reformationssymposien in Brasilien, zus. mit Prof. Dr. Claus Schwambach (FLT, Sao Bento do Sul u.a. 2012-2017) – gefördert durch VELKD.

2011

  • „Pfarrers Kinder, Müllers Vieh“ zus. mit der Gesellschaft für Thüringische Kirchengeschichte (Jena, 2011) – gefördert durch Gesellschaft für Thüringische Kirchengeschichte und EKM.

Aktuelle Publikationen

   Herder-Luther 2019

Herder – Luther.
Das Erbe der Reformation in der Weimarer Klassik,
hg. v. Christopher Spehr u. Michael Maurer,
(Colloquia historica et theologica 5),
Tübingen 2019, 236 S.

Johann Gottfried Herder (1744–1803) verstand sich als „neuer Reformator“. Produktiv suchte er Martin Luthers Einsichten zu übersetzen und fruchtbar zu machen. Wie diese Transformation genauer aussah, analysieren Wissenschaftler verschiedener Fachgebiete (Theologie, Geschichte, Pädagogik, Literaturwissenschaft und Musikgeschichte) und eröffnen damit neue Perspektiven auf den aufklärerischen „Theologen unter den Klassikern"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Luther denken 2019

Luther denken.
Die Reformation im Werk Jenaer Gelehrter,
hg. v. Christopher Spehr,
(Schriften zur Geschichte der Theologischen Fakultät Jena 2),
Leipzig 2019,
304 Seiten.

Die Universität Jena galt lange Zeit als Hort des wahren Luthertums und Rezeptionsort Luthers und der Reformation. Vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart fragten Jenaer Theologen und Kirchenvertreter sowie Gelehrte anderer Disziplinen immer wieder nach dem Erbe der Reformation für die protestantische Religion und wissenschaftliche Gelehrtenkultur und prägten damit die deutsche Ideen- und Theologiegeschichte. Im vorliegenden Band werden bisher kaum bekannte Festpredigten erforscht, die öffentliche Wirkung der Reformationsjubiläen in Kirche, Kunst, Kultur und Gesellschaft untersucht sowie die Impulse für Theologie und Geschichtswissenschaft durch Jenaer Forscher im 20. Jahrhundert reflektiert. Alle Beiträge gehen auf Vorträge zurück, die im Rahmen der Ringvorlesung der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Sommersemester 2017 gehalten wurden. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   Kulturelle Wirkungen der Reformation 2019

Kulturelle Wirkungen der Reformation.
Cultural Impact of the Reformation.
Kongressdokumentation Lutherstadt Wittenberg August 2017,
hg. v. Christopher Spehr zusammen mit Klaus Fitschen, 
Marianne Schröter u. Ernst-Joachim Waschke,
2. Bd. (LStRLO 36 u. 37), 
Leipzig 2018,
Bd. 1, 640 Seiten mit ca. 16 farb. Abb.
Bd. 2, 568 Seiten mit ca. 16 farb. Abb.

Die Reformation veränderte nicht nur Theologie und Kirche, sondern setzte einen alle Bereiche der Gesellschaft erfassenden Transformationsprozess in Gang. So beeinflusste der Protestantismus nachhaltig soziale Strukturen, kulturelle Wahrnehmungsmuster, Rechtsnormen, Wissenschaftsideale, künstlerische Ausdrucksmittel und Identitätsbildungen. Die beiden gewichtigen Bände dokumentieren den internationalen und interdisziplinären Kongress »Kulturelle Wirkungen der Reformation«, der im August 2017 von den Universitäten Halle-Wittenberg, Jena und Leipzig an der Stiftung LEUCOREA in Lutherstadt Wittenberg durchgeführt wurde. Dessen Beiträge – u.a. von Udo Sträter, Charlotte Methuen, Martin Heckel, Herman Selderhuis, Rudolf von Sinner, Daniel Jeyaraj und Jochen Hörisch – machen deutlich, wie die protestantischen Konfessionsmilieus seit 500 Jahren kulturell wirksam sind, aber auch, wie sie ihrerseits auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   Lutherjahrbuch 2018

Das Lutherjahrbuch.
Organ der internationalen Lutherforschung
hg. v. Christopher Spehr
85. Jahrgang, Göttingen 2018,
445 Seiten mit 23 Abb. und einer Tab.

Das Lutherjahrbuch ist das bedeutendste Organ der internationalen Lutherforschung und wird im Auftrag der Luther-Gesellschaft e.V. herausgegeben. Der 85. Jahrgang dokumentiert die Plenarvorträge, Seminare und Podiumsstatements des 13. Internationalen Kongresses für Lutherforschung, welcher 2017 in Wittenberg unter dem Motto 1517. Luther zwischen Tradition und Erneuerung tagte. Ausgewählte Buchbesprechungen und die für Lehre und Forschung nützliche Lutherbibliographie orientieren darüber hinaus über bedeutende Publikationen zur Luther- und Reformationsforschung. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   Buße 2017

Buße,
Berliner Theologische Zeitschrift 34 (2017), Heft 1 (BThZ),
hg. v. Christopher Spehr u.a.
184 Seiten.

 Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums widmet sich die Berliner Theologische Zeitschrift einem von Kirche und Theologie vernachlässigten Thema: der Buße. Mit Beiträgen von Hannes Bezzel, Nils Neumann, Martin Ohst, Martin Greschat, Ehrhart Neubert, Martin Leiner, Dietrich Korsch, Peter Zimmerling. Die Berliner Theologische Zeitschrift (BThZ) informiert über gegenwärtige theologische Entwicklungen, stellt sich aktuellen Fragen zur Situation der Kirche und der Gesellschaft und bietet ein Forum für das Gespräch über neue Einsichten und Forschungsresultate. Sie ist über ihre Bedeutung für das Profil der Theologie in Deutschland hinaus für die theologische Fortbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern, Religionspädagoginnen und Religionspädagogen außerordentlich geeignet und wendet sich an alle theologisch Interessierten. Die Hefte haben entweder einen thematischen Schwerpunkt (z.B. Kirche, Ästhetik, Theodizee) oder sind einer einzelnen theologischen Disziplin gewidmet (z.B. Altes Testament, Neues Testament, Kirchengeschichte, Systematische Theologie, Praktische Theologie, Religionswissenschaft).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Lutherjahrbuch 2017

Das Lutherjahrbuch.
Organ der internationalen Lutherforschung
hg. v. Christopher Spehr
84. Jahrgang, Göttingen 2017,
445 Seiten. mit 23 Abb. und einer Tab.

Die zehn Aufsätze des 84. Jahrganges ventilieren gehaltvoll einzelne Aspekte aus Luthers Theologie und Frömmigkeit, vertiefen das Reformationsgeschehen anhand von Einzelpersonen, greifen kirchenleitende Entfaltungen auf und widmen sich schließlich der Wirkungsgeschichte des Thesenanschlages. Luthers „Turmerlebnis“ wird ebenso kritisch rekonstruiert wie die Entstehungsgeschichte von Luthers „Hammer“. Buchbesprechungen und die besonders im Reformationsjahr 2017 hilfreiche Lutherbibliographie orientieren darüber hinaus über bedeutende Publikationen zur Luther- und Reformationsforschung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

Orte der Reformation 

Orte der Reformation
Bd. 30: Jena, hg. v. Christopher Spehr u. Joachim Bauer, Leipzig 2017,
80 Seiten.

Jena, die geschichtsträchtige Unbekannte unter den Städten der Reformation. Zahlreiche Orte und Schätze künden noch heute von den reformatorischen Einflüssen in der »Lichtstadt«.

Dieses Journal führt zu jenen Schätzen und Orten quer durch die Jahrhunderte der Stadtgeschichte: zum »Schwarzen Bären«, in dem der als Junker Jörg getarnte Martin Luther 1522 nächtigte und 1524 mit Andreas Bodenstein von Karlstadt stritt; zur originalen Grabplatte Luthers in der Stadtkirche als einem Sinnbild lutherischen Andenkens und zur Universität, die zum Zentrum des Luthertums und später zum Hort der Aufklärung wurde. Der Streifzug führt schließlich in die Umgebung Jenas, in die Dörfer mit ihren Kirchen und Burgen, die von der Vielfalt der reformatorischen Entwicklungen im mittleren Saaletal zeugen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Fliegende Blätter  

Fliegende Blätter. Die Sammlung der Einblattholzschnitte des 15. und 16. Jahrhunderts der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha bearb. v. Bernd Schäfer, Ulrike Eydinger u. Matthias Rekow, Stuttgart 2016, Bd. I: 448 S., 681 Abb., Bd. II: 600 S., 681 Abb.

Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, die Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha sowie die Theologische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben sich, unterstützt von der Thüringer Landesregierung, zu der »Projektgruppe Reformationsgeschichte« zusammengeschlossen, um der Reformationsforschung auf dem Gebiet der (medialen) Verbreitung reformatorischen Gedankengutes neue Impulse zu geben. In einem Pilotprojekt wurde der Gesamtbestand der xylografisch illustrierten Einblattrucke und Flugblätter aus den Jahren um 1450 bis 1599 des Kupferstichkabinetts der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha wissenschaftlich erschlossen. Diese Einblattholzschnitte bilden aufgrund ihrer Sammlungsgeschichte, ihrer thematischen Geschlossenheit und der großen Fülle an kolorierten Blättern einen weltweit einmaligen Bestand reformationsgeprägter Druckgrafik. Unter ihnen findet sich eine Vielzahl von Unikaten, die bisher noch nie veröffentlicht wurden. Finanziert von der Ernst von Siemens Kunststiftung ist nun ein zweibändige Katalog erschienen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Lutherjahrbuch 2016  

Das Lutherjahrbuch.
Organ der internationalen Lutherforschung
hg. v. Christopher Spehr
83. Jahrgang, Göttingen 2016, 326 S.

Der 83. Jahrgang setzt den Schwerpunkt auf Luthers Schmalkaldische Artikel. In zehn Beiträgen wird erstmals die lutherische Bekenntnisschrift aus verschiedenen historischen Perspektiven beleuchtet und auf ihre Funktion und Wirkung im Prozess der Konfessionalisierung hin befragt. Zudem werden zwei bisher unbekannte Briefe, die über die frühe Reformation in Wittenberg informieren, dokumentiert und kommentiert. Schließlich ermöglicht ein Beitrag über die Tugenden in der Kunst und bei Luther neue Zugänge zu Luthers Gerechtigkeitsvorstellung.vBuchbesprechung und Lutherbibliographie geben außerdem Orientierung über bedeutende Publikationen zur Luther- und Reformationsforschung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Reformation vor Ort  

Reformation vor Ort. Zum Quellenwert von Visitationsprotokollen
hg. v. Dagmar Blaha u. Christopher Spehr, Leipzig 2016, 288 S.

Die Publikation enthält Beiträge der Tagung »Reformation vor Ort. Zum Quellenwert von Visitationsprotokollen«. Im Mittelpunkt stehen die ersten protestantischen Visitationen in den mitteldeutschen Territorien und ihr schriftlicher Niederschlag, die Visitationsprotokolle. Die Aufsätze zeigen aus unterschiedlichen Blickwinkeln den Quellenwert dieser wichtigen Schriftzeugnisse für die wissenschaftliche Geschichtsschreibung und die Heimatgeschichtsforschung auf. Erörtert werden außerdem die Anforderungen und Grenzen digitaler Editionen im Internet. Die erste Sektion beschäftigte sich mit der Neuordnung des Kirchenwesens im Zuge der Reformation. Der zweite Teil widmet sich dem Thema »Visitationen vor Ort«. Die Vorträge der dritten Sektion beschäftigen sich mit dem Quellenwert der Visitationsprotokolle. Mit Gestaltung und Chancen der Editionen im digitalen Zeitalter befasst sich der vierte Teil.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Weimar und die Reformation  

Weimar und die Reformation.Luthers Obrigkeitslehre und ihre Wirkungen
hg. v. Christopher Spehr, Michael Haspel u. Wolfgang Holler, Leipzig 2016, 204 S.

1522 hielt Martin Luther in der Schlosskirche zu Weimar zwei Predigten, aus denen seine Schrift »Von weltlicher Obrigkeit« (1523) hervorging. Nachhaltig haben dieser theologische Impuls und die Reformen des Landesherrn in Weimar die Reformation des 16. Jahrhunderts gesellschaftlich, staats- und sozialpolitisch geprägt. Die Wirkungen von Luthers Obrigkeitslehre finden nicht nur Gestalt im dort früh entwickelten Landeskirchentum, sondern auch in der Übernahme von Verantwortung für Bildung, Wohlfahrt und Armenfürsorge. Das in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Thüringen und der Klassik Stiftung Weimar entstandene Buch spannt einen Bogen von der Grundlegung der Obrigkeitslehre in Weimar über ihre Wirkungen bis hin in die Moderne mit ihren spezifischen Fragestellungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Fliegende Blätter  

Fliegende Blätter. Die Sammlung der Einblattholzschnitte des 15. und 16. Jahrhunderts der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha bearb. v. Bernd Schäfer, Ulrike Eydinger u. Matthias Rekow, Stuttgart 2016,
Bd. I: 448 S., 681 Abb.,
Bd. II: 600 S., 681 Abb.

Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, die Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha sowie die Theologische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben sich, unterstützt von der Thüringer Landesregierung, zu der »Projektgruppe Reformationsgeschichte« zusammengeschlossen, um der Reformationsforschung auf dem Gebiet der (medialen) Verbreitung reformatorischen Gedankengutes neue Impulse zu geben. In einem Pilotprojekt wurde der Gesamtbestand der xylografisch illustrierten Einblattrucke und Flugblätter aus den Jahren um 1450 bis 1599 des Kupferstichkabinetts der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha wissenschaftlich erschlossen. Diese Einblattholzschnitte bilden aufgrund ihrer Sammlungsgeschichte, ihrer thematischen Geschlossenheit und der großen Fülle an kolorierten Blättern einen weltweit einmaligen Bestand reformationsgeprägter Druckgrafik. Unter ihnen findet sich eine Vielzahl von Unikaten, die bisher noch nie veröffentlicht wurden. Finanziert von der Ernst von Siemens Kunststiftung ist nun ein zweibändige Katalog erschienen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Drittmittelprojekte

  • Erschließung des Privatnachlasses von Ludwig und Auguste Steil und Anfertigung eines Findbuches (Laufzeit: 2012-2017); in Zusammenarbeit mit dem Landeskirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen – gefördert durch die Evangelische Kirche von Westfalen.
  • Erarbeitung einer Wanderausstellung „Ludwig Steil. Streiter der Bekennenden Kirche in Westfalen“ (Laufzeit: 2015) – gefördert durch die Evangelische Kirche von Westfalen.
  • Erarbeitung einer Dokumentation zu Ludwig Steil (2015) – gefördert durch die Evangelische Kirche von Westfalen.
  • Erarbeitung eines zweibändigen Katalogs zu den Illustrierten Flugblättern des 15./16. Jahrhunderts aus der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, zus. mit der Projektgruppe Reformationsgeschichte (Laufzeit: 2013-2016) – gefördert durch den Freistaat Thüringen.
  • Erarbeitung der Publikation „Das evangelische Pfarrhaus. Mythos und Wirk-lichkeit“ (2013) – gefördert durch EKM, EKvW, Internationale Martin Luther Stiftung, ELKB, EKHN.
  • Erarbeitung der Publikation „Reformation heute: Protestantische Bildungsakzente“ (2013-2014) – gefördert durch Freistaat Thüringen und die Ernst-Abbe-Stiftung
  • Erarbeitung der Dauerausstellung „Luther und die Bibel“, Lutherhaus Eisen-ach, zus. mit Stiftung Lutherhaus Eisenach (2014-2015) – gefördert durch EKM, Freistaat Thüringen und BKM.
  • Graduiertenkolleg „Kulturelle Wirkungen der Reformation: Medialität“ (2 geförderte Stipendien; weitere ass. Mitglieder), zus. mit Lehrstuhl Gemanistische Mediävistik der FSU Jena, Prof. Dr. Jens Haustein, (2015-2018) – gefördert durch Ernst-Abbe-Stiftung, Freistaat Thüringen.