Akademische Gedenkfeier zu Ehren von Prof. Klaus-Peter Hertzsch

Am 20. Oktober 2016 gedachten Stadt und Theologische Fakultät mit einer Akademischen Gedenkfeier in der Aula der Friedrich-Schiller-Universität dem Ehrenbürger der Stadt Jena und früheren Professor für Praktische Theologie Klaus-Peter Hertzsch.

Unter dem Titel „Lob des Erzählens“ erinnerte Prof. Michael Trowitzsch  in einem Vortrag an Leben und Werk des Jenaer Theologen. Klaus-Peter Hertzsch, geboren am 23. September 1930, war ein Mann des gesprochenen Wortes. Von 1968 bis 1995 hatte er den Lehrstuhl für Praktische Theologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena inne. „Praktische Theologie als Erzählkunst“ hieß seine Antrittsvorlesung 1969. Sowohl in seiner akademischen als auch in seiner kirchlichen Arbeit lag ihm daran, die große biblische Erzähltradition keine verkopfte „Erklärtradition“ werden zu lassen. „Die Bibel redet ja von Gott nicht, indem sie ihn zu definieren versucht, sondern indem sie Geschichten erzählt“, formulierte er in einem Interview zu seinem 80. Geburtstag. Nicht zuletzt als Dichter und Schriftsteller wurde er durch seine Gedichte, Lieder und Meditationen deutschlandweit bekannt.

Als Studierendenpfarrer, Seelsorger und Professor hat Klaus-Peter Hertzsch Generationen von Studierenden mit seinem außergewöhnlichen Charisma geprägt und für die praktische Arbeit im Pfarramt vorbereitet. Kirchenpolitisch bemühte er sich über Jahrzehnte und vor allem in der Zeit der friedlichen Revolution um eine Versöhnung der Gegensätze.

Am 24. November 2010 beschloss der Stadtrat einstimmig, Klaus-Peter Hertzsch die Ehrenbürgerwürde der Stadt Jena zu verleihen; dies geschah am 2. März 2011 mit der Eintragung ins Goldene Buch der Stadt.

Am 25. November 2015 ist Klaus-Peter Hertzsch in Jena gestorben.

Bilder: FSU Fotozentrum/Jan-Peter Kasper